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Atypische Stille Beteiligung

atypische stille beteiligungEs gibt verschiedene Möglichkeiten sich an einem Unternehmen zu beteiligen, besonders beliebt ist unter anderem eine Sonderform der stillen Gesellschaft, die sogenannte atypische stille Beteiligung. Bei dieser Form der Beteiligung an einer Gesellschaft, muss der Anleger eine Einlage leisten (§230 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches), diese Einlage muss in das Vermögen des Unternehmens übergehen. Anleger, die eine atypische stille Beteiligung wählen, haben nach § 232 Handelsgesetzbuch Anrecht auf einen Anteil des Jahresgewinns. Bei einem Verlust kann er höchstens bis zu dem eingelegten Vermögen haften. Es ist jedoch auch möglich eine Beteiligung an dem Verlust vertraglich festzuhalten. Wählt man als Anleger eine atypische stille Beteiligung, hat man als stiller Gesellschafter keinen unmittelbaren Einfluss auf die Entscheidungen der Unternehmensführung. Anleger, die sich für eine stille Beteiligung entscheiden, müssen daran denken, dass Gewinne den Einkünften aus Kapitalvermögen zugerechnet werden und daher versteuert werden müssen. Bei einer atypischen stillen Beteiligung werden die Einnahmen dem Gewerbebetrieb zugeordnet. Zu erklären ist dies dadurch, dass die atypische stille Beteiligung dem Anleger mehr Rechte einräumt, z.B. größere Kontroll- oder Mitspracherechte, daher können Gesellschafter mit atypischer stiller Beteiligung als Mitunternehmer angesehen werden. Ein Mitunternehmer zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er innerhalb der Personengesellschaft auch das Risiko des Unternehmens mitträgt, wie auch Unternehmensgeist fassen kann. Gesellschafter, die eine atypische stille Beteiligung gewählt haben, werden nicht nur Anteile am Gewinn und Verlust eingeräumt, sondern darüber hinaus auch an dem Vermögen. Zu dem Vermögen zählen neben dem Anlagevermögen auch der Geschäftswert und die stillen Reserven. Dies ist einer der größten Unterschiede zu einer typischen stillen Beteiligung, bei der Gesellschafter nur an dem Gewinn und Verlust des Unternehmens, jedoch nicht am Vermögen beteiligt werden.

Gründe für eine atypische stille Gesellschaft

Ein Grund für eine atypische stille Beteiligung ist oft der gemeinsame Betrieb der Gesellschaft. Durch eine atypische stille Beteiligung ergeben sich für die Gesellschaft, vor allem bei einer GmbH- steuerliche Vorteile bei der Gewerbesteuer, denn das Unternehmen wird dann als Personengesellschaft besteuert. Darüber hinaus ist bei einer atypischen stillen Beteiligung vorteilhaft, dass die Vertragslaufzeit über einen Zeitraum von vier Jahren abgeschlossen wird, zudem setzt die atypische stille Beteiligung einen hohen Prozentsatz der Summe zur Beteiligung voraus. Dies ist vor allem für Unternehmen von Vorteil, die einen hohen und auch langfristigen Finanzierungsbedarf aufweisen. Zu beachten gibt es jedoch, dass es bei einer negativen Lage des Unternehmens dazu kommen kann, dass der restliche Wert der Gesellschaft an den Kapitalgeber übergehen kann. Ein Nachteil für einen Anleger bei einer atypischen stillen Beteiligung ist die Tatsache, dass die formfrei gegründet werden kann. Es gibt somit keine vorgegebenen Sicherungssysteme. Des Weiteren unterliegen die Wertsteigerungen und Gewinne nur einer Prognose und somit keiner Garantie.

Atypische Stille Beteiligung als lukrative Altersvorsorge?

In der Vergangenheit haben viele Vermittler zahlreichen Kapitalanlegern eine atypische stille Beteiligung ans Herz gelegt, da es sich um eine angeblich risikoarme aber dennoch lukrative Form der Altersvorsorge handelt. Eine atypische stille Beteiligung kann zwar grundsätzlich als lukrativ angesehen werden, jedoch kann es für Anleger auch zu Risiken kommen. Bei einer atypischen stillen Beteiligung kann es dazu kommen, dass das Unternehmen keine Gewinne erwirtschaftet, da oft mit den Geldern der Anleger die weichen Kosten (z.B. Provisionen und Verwaltungsgebühren) abgedeckt werden. Durch die Beteiligung an Verlusten, kann es bei der atypischen stillen Beteiligung daher zu einem kompletten Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Bei Insolvenz der Gesellschaft ist es sogar möglich, dass die atypisch stillen Gesellschafter auch über ihre Einlage hinaus haftbar gemacht werden können. Bei der atypischen stillen Beteiligung ist es zudem möglich, dass das Finanzamt bei der Steuererklärung die Zuweisungen von Verlusten aberkennen kann. In so einem Fall drohen dem Anleger häufig hohe Steuernachzahlungen. Dies ist dann möglich, wenn das Finanzamt Zweifel an dem Geschäftsmodell der Firma, wie auch der Absicht der Gewinnerzielung hat. Anleger, die vor allem eine sichere Kapitalanlage suchen, die auch eine gute Rendite erzielt, sollten sich eine atypische stille Beteiligung gut überlegen und sich ausführlich beraten lassen.

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